Rückblick 60ig-Jahre Rodelverein Imst

Die Vergangenheit der Rodler bzw. des Rodelvereines Imst findet sich ursprünglich in der Geschichte des Wintersportvereines Imst der vor über 100 Jahren gegründet wurde.

Aus der Chronik des Rodelvereines Imst kann man entnehmen, dass im Jahre 1950/51 es immer wieder zu Diskussionen im Wintersportverein über die finanziellen Mitteln speziell zur Übernahme von Fahrtspesen der Rodler gekommen ist und bereits in dieser Zeit die Rodler nicht nur im Wintersportverein zahlenmäßig stark vertreten waren sondern bereits sportliche Erfolge vorweisen konnten.

Als die Verantwortlichen der Sektion Rodler Posch Luis und Krabichler Hubert sen. die Abspaltung vom Wintersportverein bekannt gaben, gab es seitens des Wintersportvereines Bestrebungen die Rodler trotzdem zu halten.

Die Rodler  des Wintersportvereines und die Rodler der Union entschlossen sich, unabhängig der finanziellen Zugeständnisse, sich selbstständig zu machen.

Am 20. März 1952 kam es daher dann im Gasthof Hirschen zur Gründung des Rodelvereines Imst.

Der Vereinsausschuss wurde wie folgt gewählt:

Obmann Hubert Krabichler

Obmannstv. Posch Luis

Kassier Toni Kirschner

Schriftführer Hans Deutschmann (Vater Titze)

Zeugwart Schlatter Karl

Beiräte: Richard Zangerle, Karl Tiefenbrunner, Josef Schnegg und Schaber Hanni;

 

Die ersten eingetragenen Mitglieder waren: Zangerle Ida, Schaber Hanni (Oberkofler), Gabl Erna, Tilg Hermann, Ewerz Ewald und Ewerz Walter.

Bereits am 24.03.1952 hatte der RV-Imst bereits über 60 Mitglieder.

Und die weiteren Erfolge ließen nicht lange auf sich warten.

Sepp Thaler, Posch Luis (Kriegsversehrt und trotzdem in der 1. Klasse), Walch Alois – 1. Plätze

Den Weitblick die die Verantwortlichen des RV-Imst hatten ist im Artikel des Tiroler Tagblattes (die heutige Tiroler Tageszeitung) ersichtlich – sie berichtete über die abgehaltene Jahreshauptversammlung am 13.12.1952 u. a. dass der Obmann Hubert Krabichler bereits dazumal die Vision hatte – Rodeln zur olympischen Disziplin zu machen. Dazu würde er 15 Staaten benötigen und 10 davon die den Rodelsport auch ausüben – wie wir aus der Rodelvereins-Geschichte wissen wurde einige Jahre später diese Vision auch tatsächlich von Hubert Krabichler, Bert Isatitsch und Toni Weißnicht verwirklicht.

Die erfolgreichen Rodler in der Allgemeinen, Tiroler und Staatsmeister sowie Junioren Klasse waren zu dieser Zeit:

Zangerle Ida, Schaber (Oberkofler) Hanni, Gabl Erna, Tilg Hermann, Kirschner Toni, Posch Luis, Schütz Luis-Hauptmann der Schützenkompanie, Ewerz Ewald und Ewerz Walter der unter uns sitzt ,Walch Alois (Bäck), Lechleitner Franz, Thaler Seppl, Rangger Kunibert, Böss Fritz, Haid Artur, Horst Werner (Schwiegervater unseres Bgm.),Santeler Werner, Rokita Josef, uvm.

In der Saison 1952/53 konnte der RV-Imst 21 Siege, 19. Zweite Plätze und  13 dritte Plätze erreichen.

Ein markant erfolgreiches Jahr war 1955 als der erste Weltmeister im Rennrodeln aus Imst kam – nämlich 1. Weltmeister war unser Thaler Seppl mit Krausner Hans im Doppelsitzer in Oslo;

Aber auch  österr. Juniorenmeister wurde Horst Werner;

Ebenfalls zu dieser Zeit wurde die Errichtung einer eigenen Bahn bereits für die erste Europameisterschaft in Imst; diskutiert – die Kosten von dazumal von ÖS 711.000,-- ließen zuerst das Vorhaben als unmöglich darstellen – eine günstigere Variante von der Untermarkter Alm wurde dazumal gewählt und die Europameisterschaften in Imst wurden trotz erheblichem Schneemangel am 28. u. 29. Jänner 1956 durchgeführt – interessantes Nebenbei – in der Jury befand sich Bert Isatitsch – der spätere Präsident des int. Rodelverbandes FIL und langer Weggefährte von Hubert Krabichler sen.

Bereits 1956 bekleidete Hubert Krabichler die Funktion des Bundeskassieres des Österr. Rodelverbandes und bekam zu dieser Zeit mit seinem Vereinskollegen Bernd Oberkoffler die silberne Verdienstmedaille ein Jahr später Hubert Krabichler die goldene;;

Ein weiterer Meilenstein war die Umsetzung der 1. Kunstrodelbahn in Imst/Putzenwald.

Diese Umsetzung ist immer wieder an den finanziellen Mitteln gescheitert – als jedoch das Land Tirol ÖS 5 TS und der ASVÖ ÖS 10 TS für die Umsetzung zur Verfügung stellte entschied sich der Vorstand des RV-Imst den Bau ohne  Baumeisterarbeiten – um den großen Kostenblock zu reduzieren - im Alleingang um zu setzten.

Vorab mussten jedoch die Nutzungsberechtigte – Waldteile von diesem Vorhaben überzeugt werden (z. B. Geschwister Tschett, Fam. Glesch, Mark Hans, Neururer Josef, Krabichler Martin, Zangger usw.

Als diese großteils positiv gestimmt wurden – fand sich in der Gemeinde der nächste Widerstand durch Bgm. Josef Koch und Krabichler Martin. Sie befürchteten, dass durch die Kunstrodelbahn im Putzenwald die Schispringer in ihrer Ausübung gefährdet sind – als diese Befürchtungen sich als haltlos erwiesen, wurde der Bahnbau am 29.5. 1957 im Hotel Eggerbräu beschlossen und am 17. Juni 1957 wurde mit dem Bau begonnen.

Ebenfalls wurde dieses Vorhaben durch den damaligen Landesrat Eduard Wallnöfer, der spätere Landeshauptmann von Tirol und dem Ökonomierat Pircher (Banderwirt) unterstützt, in dem sie eine Schubraupe für den Bau zur Verfügung stellten.

Technischer Leiter war Dipl. Ing. Bubik Walter der nicht nur den Bau der Kunstrodelbahn in Imst begleitete sondern z. B.: auch die später errichtete Kunstrodelbahn in Innsbruck, Olang  usw..

Die Ziegel wurden durch die Ziegelmaschine des SOS-Kinderdorfes Imst eigenhändig hergestellt und als Maurer fungierte unser leider vor kurzem verstorbenes Ehrenmitglied und langjähriger Funktionär und „Stammbusfahrer“ des österr. Nationalteam Richard Weirather.

Mit 2.366 freiwilligen Arbeitsstunden wurde dann die Kunstrodelbahn im ersten Abschnitt fertig gestellt.

Interessant ist, dass z. B. das Vereisen bzw. Spritzen der Bahn noch mit Gießkannen erfolgte, da noch keine Wasserleitungen vorhanden waren.

1958 Junioreneuropameister Thaler Herbert und Helmut in Oberhof;

1958 Weiterer Ausbau der Kunstrodelbahn Strobl Horst 143 stunden -364 Hubert Krabichler uvm. Penz Herbert Göllner Walter, Mark Hans, Ewerz Walter, Thaler Helmut und Herbert, sepp Schlatter Karl Ambacher Waltruad

Auch 1959/60/61 konnte der Verein durch ihre Fahrer mehrere Erfolge erzielen – aus der Chronik sind die Fahrer ersichtlich wie:

Schütz Luis - Hauptmann

Thaler Herbert – Rodelweltmeister in Frankreich Villard de Lans

Thaler Helmut –Senn Reinhold

Gstrein Heini

Senn Reinhold

Senn Hans

Strobl Horst

Penz Herbert –Thaler Walter

Schöpf Willi

Ambacher Waltraud (Kerschbaumer Waltraud)

Pollhammer Gernot

Deutschmann Hans

Krabichler Reinhard

Bacher Hans, Gasser Karl, Klotz Bernhard, Pfeifer Bermhard, Just Ernst, Raffl Helmuth und Albert uvm.

1960 wurde die Kunstrodelbahn Imst als Olympia Ausweichbahn für die Olympischen Winterspiele 1964 nominiert.

Schülerrennen: 1. Deutschmann Hansi  vor Krabichler Reinhard Jugend  und Jugend IV Krabichler Hubert vor Bonivicin Helmut – Junioren Koch Pepi Junioren 1: Pfeifer Bernhard

Mit  450 TS ATS wurde der weitere Ausbau der Kunstrodelbahn wie z. B. die Verlängerung um 240 Meter sowie die Verlegung von Wasserleitungen und Hydranten vorgenommen Bahnrekordhalter Senn Reinhold;

10 Jahre RV-Imst- Titel 26 Staatsmeister und 17 Landesmeister 2 Weltmeister Thaler Sepp 1955 Thaler Herbert 1959  Juniorenmeister Thaler Helmut u. Herbert, Neurerer Josef 1960, Pollhammer Gernot

Schöpf Willi 1963

Weltmeisterschaften 1963 in Imst bei der verlängerten Bahn (Haus) – Helene Thurner

Schüler Rennen 3. Reheis Gerhard – andere Klasse 1. Schrott Karl – Doppelsitzer Thaler Bruno-Krabichler Hubert

Zebisch Willi ebenfalls langjähriger Obmannstv., Int. Rennleiter und Funktionär hat in seiner Funktion als Vzlt. und Spieß der 2. 63 der Verdross Kaserne in Imst seine Soldaten zur Mithilfe auf die Kunstrodelbahn abkommandiert.

Anschließend hat er im Winter immer wieder Soldaten zum Winterausbau bereitgestellt und man sagt – für die Soldaten war dies eine willkommene Abwechslung, da sie von unseren Bahnbauern herzlich aufgenommen und bestens verpflegt wurden.

1964 Olympische Winterspiele in Innsbruck – Senn Rodelhoffnung TT – Thurner Helene schnellste Dame;

Thurner Helene Bronze, Thaler Helmut Senn Reinhold Silber

Bahnchef Ewerz Walter!!!

In den weiteren Jahren kam es zu Austragungen von Welt- Europameisterschaften und jährliche internationale Weltcuprennen bis Ende der 80iger Jahre.

Weitere Sportler des RV-Imst in dieser Zeit wie:

Schrott Karl –Olympia-Bronze 1980 in Lake Placid

Lechleitner Franz

Göllner Annefried

Schmid Helmuth

Ewerz Jürgen

Schmid Peter

Ewerz Thomas

Aufgrund des technischen Fortschrittes im Kunstrodelsport und die Notwendigkeit eine Kunsteisbahn mit lang gezogenen Kurven analog Igls zu erreichten, musste man sich einerseits aus Kostengründen aber vor allem auch aus Überlegungen des Umweltschutzes – die künstliche Kühlung wurde durch Ammoniak vorgenommen – aus den großen Weltcuprennen in der allg. Klasse zurückziehen.

Ab 1989 übernahm Hubert Krabichler jun. die Führung des RVI und hatte bereits in seiner ersten Tätigkeit bei einer Besprechung in München die Junioren- und Jugendrennen in Imst wie den Alpenländerpokal oder den int. Vergleichskampf bis heute sichern können – sein klares Ziel war die Forcierung des int. Nachwuchssportes auf einer technisch schwierigen Strecke wie Imst, um den jungen Rennfahrern, das nötige Rüstzeug für andere Bahnen zu geben.

Mit seiner Mannschaft wurde auch stets – nur einige male witterungsbedingt – die Kunstbahn aufgebaut und int. Rennen durchgeführt.

In dieser Zeit wurde auch das Starthaus neu gebaut und der RVI hat sich auch sozial engagiert und fährt ein Monat lang jedes Jahr „Essen auf Räder“. Weiters wurde eine neue Zeitnehmung installiert und von der manuellen auf die „Computer“-gesteuerte Auswertung umgestellt.

Saniert wurde auch in dieser Zeit mehrfach die Kunstbahn wie z. B. die Posch und die Kirschnerkehre.

Abschließend möchte ich noch Rückblickend die erfolgreichsten Rodler des RV-Imst in Erinnerung rufen:

Ab 2009 hat Schmid Peter die Obmannschaft von Hubert Krabichler jun. übernommen.